07 Juli Skalierbare Fertigung von Femtosekundenlasern
Das litauische Laserunternehmen Litilit baut in Vilnius eine Produktionsstätte für Femtosekundenlaser. Die neue Fabrik soll nach Unternehmensangaben innerhalb weniger Jahre eine Jahreskapazität von bis zu 3000 Lasersystemen erreichen. Ziel ist es, die industrielle Serienfertigung von Femtosekundenlasern zu ermöglichen und damit deren Einsatz in der Produktion auszuweiten.
Nach Angaben von Litilit zählt die fehlende Möglichkeit einer wirtschaftlichen Großserienfertigung bislang zu den größten Hürden für eine breitere Verbreitung dieser Lasertechnologie. Herkömmliche Femtosekundenlaser basierten häufig auf Architekturen aus dem wissenschaftlichen Umfeld. Diese seien leistungsfähig, jedoch aufwendig zu montieren, nur eingeschränkt automatisierbar und erforderten qualifiziertes Fachpersonal. Litilit verfolgt dagegen nach eigenen Angaben eine speziell für die industrielle Fertigung entwickelte Laserarchitektur. Ein modularer Aufbau, eine geringere Komponentenkomplexität sowie ein hoher Automatisierungsgrad sollen Montage, Prüfung und Qualitätssicherung beschleunigen.
Die Produktionsstätte entsteht auf einer Fläche von rund 4000 m² in Vilnius. Vorgesehen sind eine CNC-Metallbearbeitung sowie automatisierte Bereiche für die Montage und Endprüfung der Femtosekundenlaser. Die Bau- und Ausbauarbeiten sollen im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Im ersten Betriebsjahr plant das Unternehmen eine Fertigung von bis zu 1000 Lasern. In den folgenden Jahren soll die Kapazität auf bis zu 3000 Systeme jährlich steigen. Das Investitionsvolumen beträgt den Angaben zufolge rund sechs Millionen Euro. Die Fabrik in Vilnius soll als Modell für weitere Produktionsstandorte dienen. Gemeinsam mit internationalen Partnern plant Litilit, das Fertigungskonzept künftig auch in anderen Regionen umzusetzen.
Patentierte Laserarchitektur
Die Laserarchitektur basiert auf einer Entwicklung von Mitgründer Kęstutis Regelskis am Zentrum für Physikalische Wissenschaften und Technologie (FTMC) in Vilnius. Sie soll kompaktere, effizientere und industriell skalierbare Femtosekundenlasersysteme ermöglichen. Nach Unternehmensangaben erreicht die Architektur einen elektrooptischen Wirkungsgrad von rund 20 %. Dies reduziere den Energiebedarf und den Kühlaufwand und ermögliche einen zuverlässigen Betrieb in industriellen Umgebungen. Gleichzeitig seien die Lasersysteme kompakt, wartungsfrei und unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen.
Quelle und Bild: www.litilit.com
Bildunterschrift: Nikolajus Gavrillinas, Mitbegründer und CEO von Litilit

