Technologieforum

Laserbasierter Blitzableiter

Laserbasierter Blitzableiter in den Schweizer Alpen

Trumpf hat gemeinsam mit der Universität Genf auf dem Schweizer Berg Säntis einen laserbasierten Blitzableiter in Betrieb genommen. Im Laufe der nächsten Wochen finden dort Wetterexperimente statt, mit dem Ziel, Blitze aus Gewitterwolken gezielt und kontrolliert abzuleiten und somit perspektivisch Schäden durch unkontrollierte Blitzeinschläge zu verhindern. Trumpf-Laseringenieur Clemens Herkommer sagt dazu: „Der Laserblitzableiter ist einer der stärksten Laser seiner Klasse, die es derzeit gibt. Wir schießen mit tausend Laserpulsen pro Sekunden in die Wolken und wollen damit Blitze unschädlich und die Welt dadurch ein Stück weit sicherer machen.“

Milliardenschäden durch Blitze

Durch Blitzeinschläge in Flughäfen, Atomkraftwerken, Wolkenkratzern und Wäldern entstehen jährlich Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Allein in den USA entsteht durch Gewitter und Blitzschlag ein wirtschaftlicher Schaden von fünf Milliarden Dollar jährlich, meist durch Störungen des Flugverkehrs und Schäden an Flugzeugen oder Hochspannungsleitungen. Aus diesem Grund hat die EU das Projekt ‚Laser Lightning Rod‘ ins Leben gerufen.

Filament leitet Blitz

Der Trumpf-Laser erzeugt eine Art Kanal in Gewitterwolken, genannt Laserfilament. Sobald sich ein Blitz aus der Gewitterwolke entladen möchte, wird dieser durch das Laserfilament durch den vorgegebenen Kanal kontrolliert auf den Boden geleitet. „Im Labor funktioniert der Laser einwandfrei. Wir sind sehr optimistisch, dass er auch in der Atmosphäre Blitze ableiten wird“, sagt Herkommer. Die Entwicklung des Lasersystems hat rund zwei Millionen Euro gekostet. Dass der laserbasierte Blitzableiter auf dem Schweizer Berg Säntis installiert wurde, ist kein Zufall. Auf dem Säntis schlagen während der Gewitterhochphase in den Monaten Juni, Juli und August hunderte Blitze ein. Erste Ergebnisse erwarten die Projektpartner unter der Führung des Wetterforschers Professor Jean-Pierre Wolf von der Universität Genf zum Ende des Sommers 2021.

Die Projektpartner

Gemeinsam mit Trumpf und Prof. Jean-Pierre Wolf arbeiten die Universität Genf, das französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), die Beratung AMC, die Polytechnische Hochschule in Lausanne, das Luft- und Raumfahrtunternehmen Ariane Group sowie die Universität für angewandte Wissenschaften der westlichen Schweiz, HES, an dem Projekt.

Quelle und Bild: www.trumpf.de

Projektpartner:

www.unige.ch

www.cnrs.fr

www.epfl.ch

www.hes-so.ch